25.10.2025
SCHWANENSEE
Am Horizont rein-weißes Gefieder, mit Flügeln weit wie das Meer, schwerelos im Aufwind der Gezeiten schwebend.
Aufbruchstimmung, wohin das Auge blickt, mit schwimmenden Nestern für die kommende Brut, flaumfedrig ausgepolstert und im sicheren Hafen eingenistet. Im Nass unter schlummernd Schattengrün fein grau verborgen und doch vogelfrei, wartend auf die nächste Generation immer fürsorglich begleitet von beiden Lichtwesen der Liebe, Schwan und Schwänin vereint.
Geheimnisvolles Geschöpf, ewige Treue verheißend und sinnbildliche Verkörperung von Anmut und Schönheit.
Gefiederter Alleskönner, Krafttier und Symbolträger in einem, erinnernd, wie bedeutungsvoll es ist, innere Reinheit im Außen zu leben, wie stärkend es ist, fein ausgeglichen balanciert Flügelschlag um Flügelschlag federleicht durchs Leben zu gleiten.
Seelentier mit Blick für das Zwischenmenschliche, dabei selbst die Mitte bildend zwischen Mondmeer und Weltenmeer.
Feinsinniger Vogel der Anderswelt.
Im Diesseits sich hingebend dem Fluss des Lebens, um auf seinen Wellen zu reiten, saphirblau smaragdgrün strahlend im Licht, bis aufkommend melancholisch leiser, schlohweißer Schwanengesang Abschied und Heimgang einleitet.
Ermutigend, mitzusingen, mitzuschwingen.
Ins Jenseits.
Kreuz des Nordens, Sternbild am Nordsternhimmel, begleitend jede einzelne Seele, vogelfrei, auf jeder erdenklichen Reise, unbehelligt.
Unter Neumondnachtschwarz im Federkleid flauschig opalweiß.