25.08.2025

REYKJAVIK 2

 DER DINGWELTEN KONTER  

 Scheinbar unumstößlich, Enklaven aus Granit und Gneis, meerumschlungen signalgelb, widerspiegelnd himmelssphärisch alles gelb erhellend fallen sie steinalt und langatmig ins Gewicht, diese von monotoner Schönheit geprägten Doppelhalbkugeln, vollkommene Harmonie und wahre Gelassenheit ausstrahlend. 

Zwei Werte, sehnlichst erwünscht und immer mehr vermisst, in einer Welt des schnellen Konsums, des Überflusses voll der Opulenz und Üppigkeit, der Überproduktion und des Zuviels. 

Welche im überbunten Pomp der Zeit und im Spektrum der Allesfarbigkeit versinken, hin zu Unterwelttiefschwarz, auch verkümmern, hin zu kryptisch verdeckten Strichcodes. 

Welche in der ständig wuchernden Dingwelt an den Rand der Welt, weit gen Norden gedrängt werden. 

Indes jedoch, eben dort, im Sonnenmeer der Schwerelosigkeit, gehegt und gepflegt werden. Und im Wundermeer zum Meerwunder reifen. 

Auf einzigartig organische Weise. 

Vollkommene Harmonie, archaisch im Wesen und in Würde gealtert, gesättigt in glattgrauer Formvollendung, konserviert in steingrauen hemisphärischen Domen. 

Innere Gelassenheit, gespeist von eintönig kontrastarmer Natur, den Horizont nie aus den Augen verlierend, auch wenn er noch so schmal schicksalsschwarz in der Ferne flimmert. 

Koexistierend seit Anbeginn, mit dem Wissen, dass die Urkräfte der Natur die Ewigkeit, Diesseits und Jenseits, entmaterialisieren. In sich ruhend, die Unendlichkeit ausstrahlend. Über den Dingen stehend, das ewige Meer erstrahlend.