25.07.2025

REYKJAVIK 1

DER DINGWELTEN ENTRÜCKT 

 Urzeitlich zeitlos, Enklaven aus Granit und Gneis, meerumschlungen, schwefelgelb, polarweiß getupft, den Dingwelten entrückt. Perspektivenaustausch, soweit das Auge reicht und dazwischen nur das Licht. 

Metamorphosen der ersten Stunde heben und senken Gewichtungen, wandeln Lichtmeere und Gefilde, verändern Meeresleuchten sowie Lichtströme, um ad ultimo in gegensätzlicher Gleichheit, nicht einer gegen den anderen, sondern einer mit dem anderen, wunderreiche Biotopeninseln in Balance gedeihen zu lassen. 

Wechselseitiges Naturschauspiel inmitten von Luft und Licht rückt jegliches Konsumverhalten an den Rand, flüsterwellenbeige, zugleich jedes Umweltschutzprogramm, strahlend blau, noch so rein, in den Horizont der Dringlichkeit. 

Reinste Natur im biodiversen Turnaround scheint schöpfungsgleich eins. 
So Faktum und Fundus. 

Kälte wird von einmaliger Farbtemperatur aufgehoben, Meereswellen mutieren zu Grasland, Polarweiß trägt sich im Wasser und Stein gleichermaßen. Sonnengelb und Chlorophyllgrün teilen sich das nasse Element, Plankton wechselt zwischen Meeresgischt und Sonnendurst. 

Licht und Himmelweiß teilen sich Raum und Tiefe, meerhauchleicht und erdenschön. 

Und über allem thront grauschwarz massig mächtig jener von unnachgiebiger Natur, jener, der Erinnerung und Zeitlosigkeit widerspiegelt, jener Fels in der Brandung, der es ermöglicht, das große Ganze zu sehen. 

Symbolisiert er doch Stabilität, Kontinuität, Zuverlässigkeit, Unsterblichkeit, Unvergänglichkeit, das Ewige, inneren Zusammenhalt und die Unzerstörbarkeit der höchsten Realität. 

Einem Granitsarkophag sinnverwandt, überirdisch irdisch, mit Blickwinkel rundum. 

In sich ruhend, über den Dingen stehend, den Dingen entrückt. 

Gigantischer Granitgigant. 

Schutzstein weltweit in seiner Absolutheit.