25.09.2025
EX ABRUPTO
In und aus dem Kosmos der Bedingungslosigkeit, ein Augenblick nur!
Ein Augenblick, der alles nimmt, der alles entscheidet, der alles zerstört. Erbarmungslos mit aller Gewalt. Der Augenblick ohne ein Zurück.
Zäsurhaft, rundum, alles unabänderlich, unwiederbringlich, definitiv.
Finale Endgültigkeit, der pyroklastischen Wolke innewohnend, umkreist den Schlund des tiefen Falls mit Blick ins Innerste, verwundbar offen, schutzlos ausgeliefert.
Dem Gefühl der Ohnmacht, der Trostlosigkeit, der Betäubtheit.
De facto:
Wenn Steine strömen, aschenschwarz, beginnt Leben voll am Limit, bevorstehend in Trauerschwarz, Kryptaschwarz, Qualschwarz.
Aussichtslos, orientierungslos, machtlos.
Wenn magmatische Gerölllawinen aus Lapilli und Gasen fließen, beginnen Zeiten im absoluten Ausnahmezustand, chaosschwarz und finsterbraun.
Blind ums Leben kämpfend, blind ums Überleben kämpfend.
Wenn Lavadome überquellen und glühendschwarze Gasdispersionen hangabwärts driften, beginnen Tage des komatösen Kräfteverfalls, gebrandmarkt, gezeichnet, vom Schicksal geschlagen.
Demzufolge gibt es keine ortstypischen, vor Fruchtbarkeit und Leben sprühenden Feenkamine mehr. Kein Frühlingsgrün und Sommergelb, kein Lebensrot und Wasserblau weit und breit.
Nur noch den abgrundtief offenen Kamin, einem Schlund gleich, basaltische Lava speiend, deponieschwarz giftiges Gas ausspuckend, rauchgrau.
Lava, die zu gnadenlos scharfkantigen Klumpen erstarrt. Gas, das zu erstickend dichtem Schlackeschleim heranwächst.
Leben, das ex abrupto in Schockstarre verfällt, zwischen Gesteinsfragmenten mahnmalhaft, traumatisiert.
De facto:
Nach Schutt und Asche entseelte Frakturen und Wundmale an Fauna und Flora.
Nach Aschenfall, dem Fall des Lebens gleich, harsche Zeiten, endlose Zeiten, epochale Zeiten.
Nach Ascheregen grau in grau, dem Phänomen Leben gleich, neue Spuren ziehend, Kraftquellen suchend und findend, schließlich Entwicklung einleitend mit zigfachen Neufindungen des Seins, wundersam, evolutionär.
De facto.